Bis zu 650 € pro m² mehr: Wie Energieeffizienz Ihren Verkaufspreis bestimmt

Bis zu 650 € pro m² mehr: Wie Energieeffizienz Ihren Verkaufspreis bestimmt

Beim Immobilienverkauf zählte lange vor allem eines: Lage, Lage, Lage. 2026 ist ein zweiter Faktor dazugekommen, der über Zehntausende Euro entscheiden kann – die Energieeffizienz. Der Energieausweis ist längst kein lästiges Pflichtdokument mehr, sondern ein handfestes Preisargument. Wir erklären, warum das so ist und was Eigentümer daraus machen können.

Der Markt belohnt gute Energiewerte

Die Erholung am Wohnimmobilienmarkt hat 2025 eingesetzt und setzt sich 2026 fort: Für das Gesamtjahr rechnen mehrere Institute mit einem moderaten Preisanstieg von rund 3 % [1]. Doch dieser Durchschnitt verdeckt eine wichtige Spreizung – gut sanierte, energieeffiziente Objekte ziehen die Preise nach oben, während unsanierte Bestandsimmobilien zurückfallen. Der energetische Zustand ist damit zu einem der stärksten Preistreiber überhaupt geworden [2].

Konkret: bis zu 650 € pro Quadratmeter Unterschied

Wie groß der Effekt ist, zeigt eine anschauliche Zahl: Eine Eigentumswohnung der besten Energieeffizienzklassen (A+/A) erzielt am Markt rund 650 € mehr pro Quadratmeter als eine vergleichbare Wohnung der Klassen D/E [2]. Bei einer 80-Quadratmeter-Wohnung summiert sich das auf über 50.000 € – allein aufgrund der Energiebilanz.

Für Häuser gilt der gleiche Mechanismus: Käufer kalkulieren die zu erwartenden Energiekosten und einen möglichen Sanierungsbedarf von Anfang an in ihr Gebot ein.

Preisaufschlag nach Energieeffizienzklasse

Die Faustregel am Markt: Je besser die Klasse, desto höher der erzielbare Quadratmeterpreis. Ein vereinfachtes Beispiel für eine 80-m²-Eigentumswohnung, ausgehend von der Klasse D/E als Basis:

EnergieeffizienzklassePreisaufschlag je m²Effekt bei 80 m²
A+ / Aca. +650 €rund +52.000 €
B / Cca. +350 €rund +28.000 €
D / E (Basis)0 €0 €
F / G / HAbschlag / längere VermarktungPreisdruck
Vereinfachte Marktindikation auf Basis von Auswertungen zu energetischer Qualität und Kaufpreis [2]. Regional abweichend.

Warum Käufer 2026 so genau hinschauen

Der Grund liegt in der Kombination aus hohen Energiepreisen und teuren Finanzierungen. Die Bauzinsen bewegen sich 2026 wieder um die Marke von 4 % [3]. Wer kauft, muss doppelt rechnen: Kaufpreis plus Finanzierung plus laufende Betriebskosten.

Eine energieeffiziente Immobilie mit niedrigen Nebenkosten verschafft dem Käufer hier spürbaren Spielraum – und genau dafür ist er bereit, beim Kaufpreis mehr zu bieten. Unsanierte Objekte hingegen bleiben länger am Markt und müssen häufiger im Preis nachgeben.

Was bedeutet das für Immobilienverkäufer?

Für Eigentümer, die verkaufen möchten, ergibt sich daraus eine klare Handlungsoption. Nicht jede Sanierung lohnt sich vor dem Verkauf – aber gezielte Maßnahmen können den erzielbaren Preis deutlich heben. Oft sind es schon einzelne Schritte wie eine moderne Heizung, verbesserte Dämmung oder der Austausch alter Fenster, die die Energieklasse und damit die Attraktivität anheben.

Entscheidend ist, vor dem Verkauf realistisch zu bewerten, welche Investition sich in einem höheren Verkaufspreis auszahlt – und welche nicht. Eine realistische kostenlose Immobilienbewertung ist dafür der richtige Ausgangspunkt. Als amarc21-Partner bundesweit kennen wir die lokalen Märkte genau und schätzen den Wert Ihrer Immobilie marktgerecht ein – inklusive des Faktors Energieeffizienz.

4 Tipps für Verkäufer im aktuellen Marktumfeld

  1. Energieausweis frühzeitig besorgen: Er ist ohnehin Pflicht – ein guter Wert gehört aktiv ins Exposé, kein schlechter sollte den Verkauf überraschen.
  2. Günstige Effizienz-Hebel prüfen: Heizungstausch, Dämmung oder neue Fenster können die Klasse spürbar verbessern – rechnen Sie Kosten gegen den möglichen Mehrerlös.
  3. Realistisch einpreisen: Objekte mit überzogener Preisvorstellung bleiben liegen. Ein marktgerechter Startpreis bringt mehr Interessenten und am Ende oft den besseren Abschluss.
  4. Energie-Argument aktiv vermarkten: Niedrige Nebenkosten sind ein starkes Kaufargument – machen Sie den Vorteil in Exposé und Besichtigung sichtbar.

Fazit: Energieeffizienz ist bares Geld

2026 entscheidet der energetische Zustand stärker denn je über den Verkaufswert. Wer verkauft, sollte die Energiebilanz seiner Immobilie kennen und gezielt nutzen. Der erste Schritt ist immer die gleiche Frage: Was ist meine Immobilie im aktuellen Markt wirklich wert? Wer diese Frage fundiert beantwortet, verkauft schneller und zum bestmöglichen Preis.


Quellen

  1. Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR): Prognose zur Immobilienpreisentwicklung 2026 – zitiert nach Schwäbisch Hall, schwaebisch-hall.de
  2. Schwäbisch Hall / Europace (EPX): Energieeffizienz als Preisfaktor – Preisunterschied nach Effizienzklasseschwaebisch-hall.de
  3. Statistisches Bundesamt (Destatis): Bau- und Immobilienpreisindexdestatis.de

Stand der Daten: Juli 2026 (aktuellste verfügbare Marktdaten). Die genannten Preisangaben sind Marktindikationen und keine Finanzberatung; der tatsächliche Wert hängt von Lage, Zustand und Objekt ab.