Immobilienpreise 2026: Wo kaufen sich jetzt noch lohnt – und wo Sie besser warten sollten

Immobilienpreise 2026: Wo kaufen sich jetzt noch lohnt – und wo Sie besser warten sollten

Immobilienpreise 2026 in Deutschland: Die Preise steigen wieder – nach zwei Jahren mit teils deutlichen Rückgängen. Was das für Käufer, Verkäufer und Investoren im Jahr 2026 bedeutet, zeigen die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes: Im Jahresdurchschnitt 2025 verteuerten sich Wohnimmobilien um 3,2 % gegenüber 2024 – der erste Preisanstieg seit 2022 [1]. Doch der Markt ist nicht überall gleich. Wo lohnt sich der Kauf noch – und wo sollten Sie besser abwarten?

Trendwende am Immobilienmarkt: Preise steigen wieder

Nach dem Absturz in den Jahren 2023 und 2024 – damals sanken die Preise um bis zu 8,4 % gegenüber dem Vorjahr – hat der deutsche Immobilienmarkt die Kurve gekriegt. Im 4. Quartal 2025 lagen die Wohnimmobilienpreise bundesweit um 3,0 % über dem Vorjahresniveau, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am 25. März 2026 mitteilte [1]. Gegenüber dem Vorquartal gab es noch einmal ein Plus von 0,1 %.

Besonders auffällig: Die Preisentwicklung verläuft 2025/2026 regional sehr unterschiedlich – und das eröffnet sowohl Chancen als auch Risiken für Käufer.

Metropolen vs. ländlicher Raum: Ein gespaltener Markt

Die größten Preissprünge verzeichnet derzeit nicht das teure Großstadtpflaster, sondern der ländliche Raum. Für Eigentumswohnungen in dünn besiedelten ländlichen Kreisen zahlten Käufer im 4. Quartal 2025 im Schnitt 5,4 % mehr als ein Jahr zuvor. In kreisfreien Großstädten außerhalb der Top-7-Metropolen waren es immerhin noch 4,8 % [1].

In den sieben größten Städten Deutschlands – Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart und Düsseldorf – fiel der Anstieg bei Eigentumswohnungen mit +2,1 % hingegen vergleichsweise moderat aus. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern legten die Metropolen sogar nur um 1,5 % zu, während es in ländlichen Kreisen mit 3,2 % deutlich mehr war [1].

Was steckt hinter der Erholung?

Mehrere Faktoren treiben die Erholung des deutschen Immobilienmarktes:

  • Sinkende Bauzinsen: Nachdem die Europäische Zentralbank ihren Leitzins in mehreren Schritten gesenkt hat, sind Baufinanzierungen für viele Haushalte wieder erschwinglicher geworden. 10-jährige Festzinsen liegen aktuell deutlich unter den Höchstständen von 2023. [2]
  • Angebotsmangel wird spürbarer: Die Zahl der Baugenehmigungen ist 2024 und 2025 auf den tiefsten Stand seit Jahrzehnten gefallen. Das knappe Angebot stützt die Preise – besonders im Bestandsmarkt. [3]
  • Nachholeffekt bei Käufern: Viele potenzielle Käufer, die in der Hochzinsphase 2022–2024 abgewartet haben, kommen nun zurück auf den Markt und sorgen für steigende Nachfrage.
  • Baupreise steigen weiter: Mit einem Plus von 3,3 % im Februar 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat bleiben auch die Neubaukosten auf Wachstumskurs – und machen Bestandsimmobilien im Vergleich attraktiver. [1]

Wo kaufen sich 2026 noch lohnt

Trotz der Erholung gibt es nach wie vor Regionen mit attraktivem Preis-Leistungs-Verhältnis – insbesondere für Eigennutzer und langfristig denkende Investoren:

  • Mittelgroße Städte (50.000–200.000 Einwohner): Hier verbinden sich noch vergleichsweise moderate Kaufpreise mit solider Mieternachfrage und guter Infrastruktur. Städte wie Düren, Solingen oder Hagen bieten deutlich bessere Einstiegspreise als Metropolen.
  • Speckgürtelregionen: Umlandgemeinden rund um Großstädte profitieren vom Homeoffice-Trend. Pendlerdistanzen spielen eine geringere Rolle als noch vor fünf Jahren – die Nachfrage ist entsprechend stabil.
  • Ostdeutsche Wachstumszentren: Leipzig, Dresden und Erfurt zeigen weiterhin steigende Preise bei gleichzeitig günstigen Einstiegspreisen im bundesweiten Vergleich. Das Aufholpotenzial bleibt hoch.

Wo Sie 2026 besser abwarten sollten

In bestimmten Märkten ist Vorsicht geboten – trotz allgemeiner Erholung:

  • Top-7-Metropolen bei Eigentumswohnungen: In München, Frankfurt und Hamburg sind die Preise im Vorquartalsvergleich Q4 2025 sogar um bis zu 1,6 % gefallen [1]. Das Preisniveau ist historisch hoch, die Renditen für Vermieter oft sehr niedrig. Wer keine Eigennutzung plant, sollte die Rechnung sorgfältig durchführen.
  • Strukturschwache Regionen mit Bevölkerungsrückgang: Trotz aktueller Preiserholung bleibt das Risiko in Regionen mit dauerhafter Abwanderung und schrumpfender Wirtschaft groß. Langfristige Wertstabilität ist hier nicht gesichert.
  • Hochpreisige Neubauten ohne klare Lage-Vorteile: Die Baupreise (+3,3 % gegenüber Vorjahr) sorgen dafür, dass Neubauten weiterhin teuer bleiben. Wer nicht auf bestimmte Ausstattungsmerkmale angewiesen ist, fährt mit energetisch sanierten Bestandsimmobilien oft günstiger.

Was bedeutet das für Verkäufer?

Für Eigentümer, die über einen Verkauf nachdenken, sind die Nachrichten erfreulich: Der Markt erholt sich, die Nachfrage steigt wieder. Gleichzeitig ist der richtige Zeitpunkt und die richtige Preisstrategie entscheidend. Wer zu früh oder zu teuer anbietet, riskiert lange Vermarktungszeiten.

Professionelle Unterstützung durch einen lokalen Immobilienexperten kann den Unterschied zwischen einem zügigen Verkauf zum Marktpreis und einer monatelangen Wartezeit ausmachen. Als amarc21-Partner kennen wir die regionalen Märkte in Ihrer Nähe genau und begleiten Sie kompetent durch den gesamten Verkaufsprozess.

Ausblick: Wie geht es mit den Immobilienpreisen weiter?

Die Mehrheit der Marktbeobachter geht für 2026 von einer Fortsetzung des moderaten Preisanstiegs aus – im Bereich von 2 bis 4 % auf Jahressicht. Voraussetzungen dafür sind eine stabile Zinslage und eine Konjunkturerholung in Deutschland. Risikofaktoren bleiben geopolitische Unsicherheiten sowie ein möglicher erneuter Zinsanstieg seitens der EZB.

Eines ist jedoch klar: Der Immobilienmarkt 2026 ist kein einfacher Markt für Schnellentscheider – aber ein attraktiver Markt für gut informierte Käufer und Verkäufer.


Quellen

  1. Statistisches Bundesamt (Destatis): Preise für Wohnimmobilien im 4. Quartal 2025: +3,0 % zum Vorjahresquartal, Pressemitteilung Nr. 101 vom 25. März 2026 – destatis.de
  2. Interhyp AG: Interhyp Zinsbericht 2026interhyp.de
  3. Statistisches Bundesamt (Destatis): Baugenehmigungen in Deutschlanddestatis.de
  4. Statistisches Bundesamt (Destatis): Bau- und Immobilienpreisindexdestatis.de

Stand der Daten: 4. Quartal 2025 / Q1 2026 (aktuellste verfügbare amtliche Werte, veröffentlicht März/April 2026)